Fussball WM in Südafrika

Freitag 16. Juli 2010 von Kurvensurfer

Nun ist sie Geschichte, die Fussball-Weltmeisterschaft in Südafrika, und mit ein bisschen Abstand ist es nun Zeit für einen Rückblick auf das größte Sportereignis der Welt.

Was bleibt von dieser WM?

Zunächst einmal der Eindruck, dass die Qualität der Spiele oftmals unterirdisch war – wann hat es das schon mal gegeben, dass Millionen Fussballfans vor dem Fernseher regelmäßig eingeschlafen sind oder sich gelangweilt vom Spiel abgewendet haben. Kein Wunder dass so mancher Zuschauer im Stadion sich mit der mitgebrachten vuvuzela selbst wach gehalten hat.

Die große Ausnahme – und wer hätte das vorher gedacht – war die deutsche Manschaft. Nach der Vorrunde war eigentlich außer Argentinien kein Team in Sicht, das auch nur annähernd einen so attraktiven und gleichzeitig auch erfolgreichen Fussball dargeboten hat, wie die deutsche Nationalmannschaft. Alleine aus dieser Tatsache entspann sich eine ungeheure Spannung, die dann auch zu berauschenden Fussballfesten gegen England und Argentinien führte. Aber eben auch nur in diesen Partien wurde ein Fest gefeiert – der Rest verlief emotionslos, langweilig, bisweilen auch mit den falschen Gewinnern (siehe Ghana – Uruguay) und sollte eigentlich im endspiel Deutschland – Holland gipfeln.

Gut, Spanien hatte leider etwas dagegen und hat gerade gegen Deutschland die Effektivität erfunden. Geglänzt haben sie auch gegen Deutschland nicht und nach der Vorrunde waren die Spanier auf den meisten Favoritenzetteln schnell wieder verschwunden. Am Ende sind sie Weltmeister und eigentlich spricht ihnen niemand ab, dass sie zurecht den Pokal mit nach Hause genommen haben. Eine Bereicherung im Kreis der Elite, der bisherigen Weltmeister, und auch Brasilien zieht nicht bei den gewonnenen Titeln davon. Apropos – Brasilien … für mich ebenfalls nach der Vorrunde schon absehbar, dass diese Mannschaft einen Rückstand nicht mit Herz wieder aufholen kann.

Emotionslose Übertragungen im Fernsehen

Ich weiß ja nicht wie es Ihnen ergangen ist, aber für mich waren Vorberichte und Halbzeitanalysen genauso belanglos wie die Nachberichte  – Günter in Ehren, aber es ist wirklich Zeit, dass sich dieses verbrauchte Duo neuen Aufgaben zuwendet. Für mich klang es alles merkwürdig angestaubt im Vergleich zu den Vorstellungen der deutschen Nationalmannschaft.

Und das ZDF? Frau Müller-Hohenstein versucht es betont locker im Zusammenspiel mit Olli “damusstdudazwischenhaun” Kahn, wobei der Titan auch im Fernsehen mittlerweile eine erstaunlich gute Figur macht.

Und dennoch – ich muss leider feststellen, dass RTL bei der Rundreise durch die Fanfeste wenigstens die Stimmung transportiert, die in den Stadien durch den ohrenbetäubenden Vuvuzela-Lärm im Keim erstickt wurde. Jürgen Klopp analysiert gewohnt fachmännisch und dennoch locker und kann auch durch Günter Jauch nicht aus der Ruhe gebracht werden – einzig die Spiele hätten deutlich besser sein können, um Herrn Klopp noch mehr Begeisterung zu entlocken.

Mein Resumée an die Fernsehsender: Das geht eindeutig besser und die Begeisterung auf der Straße lässt sich sicher auch ins rechte Bild setzen. Bei der nächsten Großveranstaltung dieser Art …

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 16. Juli 2010 um 15:10 und abgelegt unter Sport. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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