Markenschutz bei Google

Mittwoch 4. August 2010 von Kurvensurfer

Nun ist es also endlich soweit, die seit Monaten ausstehende Richtlinie von Google für die Buchung von Markennamen bei Google AdWords als Keyword tritt am 14. September in Kraft. Nach zahlreichen gerichtlichen Auseinandersetzungen bezüglich des Markenschutzes bei Google legt sich das Unternehmen jetzt fest und lässt offiziell auch fremde Markennamen als Keyword zu.

Unternehmen, die Werbung bei Google schalten, buchen über Google Adwords Keywords, die eine Anzeigenschaltung auslösen sobald ein Nutzer mit diesen Begriffen bei Google sucht. Die jetzt erlassene Richtlinie ermöglicht nun auch Konkurrenzunternehmen, Dienstleistern oder auch Drittanbietern von Waren und Dienstleistungen, die Nutzung von fremden Markennamen als Suchbegriff für die Schaltung eigener Anzeigen – das Kapern fremder Markennamen wird also offiziell möglich!

Bisher war die gängige Praxis, dass sich Markenrechtsinhaber gegen die Verwendung des Markennamens in Anzeigen und als Keyword schützen konnten, indem Sie die Markenrechte bei Google geltend gemacht haben. Dann konnten die Keywords zwar gebucht werden, die Anzeigen wurden aber nicht mehr ausgeliefert. Etwas anders war es bei der Verwendung von Markennamen in den Anzeigentexten – hier wurden Anzeigen von Google abgelehnt, wenn sie gegen Markenrechte verstoßen haben. Ob letzteres ebenfalls geändert wird, ist zunächst nicht zu erkennen, da sich die Mitteilung nur auf die buchbaren Keywords bezieht.

Diese Praxis wird nun abgeschafft und ab dem 14. September 2010 können laut geänderter Google-Markenrichtlinie auch fremde Markennamen als Keyword für die bezahlten Suchergebnisse bei Google genutzt werden. Das eröffnet zum Beispiel Konkurrenzunternehmen die Möglichkeit, ebenfalls eine Anzeige zu platzieren, wenn der fremde Markenname gesucht wird. Google sieht hierin einen deutlichen Mehrwert für den User, der die “relevantesten und informativsten Anzeigen” angeboten bekommt – und das entspricht der Unternehmensphilosophie von Google. denn so werden laut Google auch Konkurrenzangebote noch besser vergleichbar.

Mit der neuen Richtlinie schafft Google aber vor allem Rechtssicherheit. Anzeigenschaltung über fremde Markennamen war auch bisher gängige Praxis unter den Google Adwords-Usern, jedoch immer unter der Gefahr, dass Gerichte auch mal für den Markenrechtinhaber entscheiden. Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus März 2010 (Az: C-236/08) konnte Google die Richtlinie jetzt anpassen.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 4. August 2010 um 12:15 und abgelegt unter Wirtschaft. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Ein Kommentar über “Markenschutz bei Google”

  1. Stefan Kuscheit schrieb:

    Was dahinter steht ist auch klar – mit der Lockerung des Markenschutzes verteuern sich schnell die sogenannten “Brand-Kampagnen”, die am erfolgreichsten Konvertieren aber in denen man die Klicks auch bisher für sehr kleines Geld bekommt. damit wird nun Schluss sein.

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